Bitte an die Stadt Wien

22.04.2020

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ludwig, sehr geehrte Frau Stadträtin Kaup-Hasler, sehr geehrter Herr Stadtrat Hanke , sehr geehrter Herr Generaldirektor Gollowitzer!

Die IG Österreichische Veranstaltungswirtschaft wendet sich mit einem wichtigen Appell an Sie:

Wir - mittlerweile 80 VeranstalterInnen, KünstlermanagerInnen und Spielstätten – , die wir uns in diesen außerordentlichen Zeiten zusammengeschlossen haben, stehen für weit mehr als die Hälfte aller in Österreich stattfindenden Veranstaltungen. Diese Veranstaltungen werden rein über den Verkauf der Eintrittskarten finanziert. Sämtliche Kosten, die in der Kultur- und Veranstaltungsszene entstehen werden über und in eben diesen Eintrittskarten abgebildet: Künstler, Mitarbeiterlöhne, Zulieferer, Ticketing, Marketing, Saalmieten, Versicherungen….

Nun steht die gesamte Veranstaltungsbranche vor einer noch nie dagewesenen Notsituation, die das zeitnahe und langfristige Aus für das Kulturland Österreich bedeuten wird, wenn es nicht umgehend eine umsetzbare Lösung gibt.

Nach den Vorbildern Deutschland (gerade in Umsetzung) , Italien und Belgien (beide umgesetzt) arbeitet die Bundesregierung zur Zeit an einem Vorschlag für ein Gutscheinmodell, das der Branche die überlebenswichtige Liquidität und Zeit zur Verfügung stellt.

Die Logik:

  • Werden Veranstaltungen verschoben (ca 70%), bleiben die Karten gültig und können binnen einer gewissen Frist nicht zurückgegeben werden (Härtefälle ausgenommen)
  • Veranstalter können bei Absagen statt Barerstattung einen Gutschein ausstellen. (Härtefälle ausgenommen). Wichtig: Um nicht Millionen sofort zur fälliger Finanzierungen des Bundes zu benötigen, muss dies ein Wahlreicht des Veranstalters sein. Ansonsten wären im Extremfall zusätzlich zu Förderungen sofortige Finanzierungen in wohl 3-stelliger Millionenhöhe notwendig.
  • Mit diesem Gutschein kann der Kunde eine verschobene oder andere Veranstaltung besuchen.
  • Findet der Kunde keine passende Veranstaltung, dann bekommt er z.B. am 31.12.2021 sein Geld in bar erstattet.
  • Härtefälle (z.B.  Arbeitslosigkeit, GIS Befreiung…) werden selbstverständlich zur Gänze ausgezahlt – evtl sogar von einem dafür geschaffenen Fonds.

Damit bleibt die dringend nötige Liquidität erhalten, neue Veranstaltungen können geplant und untersagte Veranstaltungen können verschoben werden.

Der Endkunde wird vom bevorstehenden Totalausfall (Ticketgelder und Veranstaltung) geschützt, denn eine 100% Rückzahlung würde die sofortige Insolvenz vieler Unternehmen, Spielstätten und Zulieferer bedeuten. Was das für die Künstler bedeutet, muss nicht betont werden.

Wir sind offen für Ihren Input dazu und freuen uns über die Einladung zu jedem Gedankenaustausch.

Wir ersuchen Sie dringend, dieses in Nachbarländern bereits umgesetzte und funktionierende Vorhaben zu unterstützen. Als Eigentümer wichtiger Spielstätten und Betriebe natürlich in Ihrem eigenen Interesse, vor allem aber auch in Ihrer Rolle als wesentlicher Partner in unser aller Interesse.

Dem Kulturland Österreich und Millionen KarteninhaberInnen und tausenden MitarbeiterInnen und KünstlerInnen zu liebe!

Hochachtungsvoll,

IG Österreichische Veranstaltungswirtschaft

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